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Der deutschsprachige Blog von Nadja Kireta

Wettbewerb: National Writing Month 2010

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Jedes Jahr im November findet der National Writing Month statt. Eigentlich ist er aber inzwischen schon zu einem internationalen Web-Event geworden: es gibt diesen Wettbewerb bereits in den Sprachen Englisch, Deutsch, Französisch, Spanisch und Holländisch.

Mitmachen kann jeder, solange er oder sie nicht (vor allem sich selber) betrügt und zwischen dem 1. – 30. November einen Roman bestehend aus mindestens 50,000 Worten, schreibt.

Ich werde es zumindest versuchen und dieses Jahr mitmachen. Mal sehen, wie weit ich kommen werde. Meine Worte kann man dann ab November  hier sehen.

Written by Nadja Kireta

October 8th, 2010 at 6:20 am

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Kurzgeschichten im Wettbewerb

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Zur Zeit arbeite ich an einer Kurzgeschichte die ich bei einem Wettbewerb einreichen will. Es ist gut ein Ziel vor Augen zu haben, statt einfach wild drauf loszuschreiben. Gewinnen werde ich sicherlich nicht mal einen Blumentopf aber das macht nichts.

Bei meiner Suche im Internet stoße ich dabei auf zahlreiche Wettbewerbe und bin verleitet an ihnen allen Teil zu nehmen aber ich bin ja auch keine Schreib-Maschine und Ideen sind wie Schmetterlinge, mal hier mal dort und immer schwer einzufangen.

Weitere Wettbewerbe:

Written by Nadja Kireta

June 26th, 2009 at 11:17 am

Piraten sind kein Seemannsgarn

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Piraterie gibt es bereits seit der Antike. Wo Schiffe sind, wird auch geklaut. Und das ganz ohne Rücksicht auf Verluste. Die Mär vom gutgelaunten, stets betrunkenen Freibeuter der Sieben Meere ist bekannt aus dem Kino oder Büchern wie “Die Schatzinsel”, doch die Wirklichkeit sieht anders aus. Seit Juni 2008 wird die Piraterie international von den Vereinten Nationen als “kriegerische Handlung” geächtet. Ganz im Gegensatz zur Geschichte, die immer wieder Phasen kennt, in der Seeräuberei eine ehrbare Beschäftigung war. Sogenannte Bukaniere oder Privateers, wie der Brite Sir Francis Drake, standen im Dienst der Königin von England und ihnen ist die heroische Abwehr der Spanischen Armada im Jahr 1588 und der damit verbundene Invasion Englands zu verdanken.

Per Kaperbrief erhielten deutsche Freibeuter wie Klaus Störtbeker (Vitalienbrüder, 1360–1401) den Auftrag zur Plünderung im Namen der Regierung und noch bis weit in die Neuzeit bestimmten nordafrikanische Korsaren den mediterranen Sklavenhandel mit. Im Gegensatz zur brutalen Realität verarbeitete Hollywood dass “Goldene Zeitalter” (1690-1730) der Piraterie durch US-Schauspielern wie Errol Flynn (“Captain Blood”) oder Johnny Depp (“Captain Jack Sparrow”) zu gewinnbringenden Abenteuerfilmen für Groß und Klein. Nur wenig wird dabei erzählt von Frauen wie Anne Bonny (1698-1782) oder Mary Read (1690-1721), die sich in jenen rauen Zeiten als Männer verkleidet auf Segelschiffe schlichen und Seite an Seite mit Haudegen wie John “Calico Jack” Rackham” (1682-1720), dessen Piratenflagge die meisten kennen (Totenkopf mit 2 gekreuzten Säbeln, weiß auf schwarzem Grund), für Freiheit und Abenteuer in der Karibik kämpften.

Das solcher Art romantisierte Leben barg große Gefahren und immer hatten sie den Tod vor Augen. So litten Seeleute oft an Vitamin-C-Mangelerscheinungen wie Skorbut und an Unterernährung. Hühner an Board sorgten zwar für frische Eier, schnell verderbliches Bier wurde trotzdem noch dem Wasser vorgezogen und Schiffzwieback war manchmal alles was es gab während den langen, einsamen Monaten auf See. Hinzu kamen die Seeschlachten. Sogenannte Pulveräffchen, stets kleine Kinder die gezwungen wurden auf einem Kaperschiff zu arbeiten, hatten die lebensgefährliche Aufgabe während des Gefechts Schwarzpulver zu den Kanonen zu schleppen. Das Kapern eines Schiffes endete fast immer in bitteren Blutbädern mit der vollständigen Niederlage einer der beteiligten Parteien und mit schweren Verletzungen. Kaum bekannt ist jedoch, dass es tatsächlich eine Entschädigung für verlorene Gliedmaße gab. Für ein im Kampf eingebüßtes Auge gab es 100 “Pieces of Eight” (umgerechnet 69USD) und für ein amputiertes rechtes Bein z.B. 500 “Pieces of Eight” (umgerechnet 345USD).

Auch der Alltag und die Verteilung der erbeuteten Schätze waren ganz klar geregelt und wichtige Entscheidungen wurden stets gemeinsam abgestimmt. Diebe setzten sie einfach auf dem nächsten Eiland aus und alle Streitigkeiten innerhalb der Mannschaft klärte man ebenfalls an Land. Der Kapitän und der Quartiermeister erhielten je 2 Teile der Beute, der Hauptkanonier und der Bootsmann 1 1/2 Teile, andere Offiziere 1 1/4 Teile und alle anderen Besatzungsmitglieder je einen Teil. Waffen waren sauber zu halten und jeder, der während einer Schlacht vom Schiff desertierte, wurde gnadenlos kielgeholt.


Written by Nadja Kireta

June 19th, 2009 at 5:22 pm

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2012 – Alarm für Osram 11: Einsatz in der Großstadt

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stadtplan

Es ist mitten in der Nacht als es an die Tür einer kleinen drei Zimmerwohnung im 2. Stock eines baufälligen Kölner Gebäudes hämmert und es scheint eine Ewigkeit zu dauern bis sich endlich jemand traut zu öffnen. Drinnen im Flur ist es dunkel aber die Herren draußen wissen warum sie gerade diesen Bewohner und seine Behausung unter die Lupe nehmen wollen. Die drei Männer ganz in Schwarz sind von der Osram-Polizei.

Ohne auf eine Einladung zu warten betreten Sie die Wohnung, schubsen Herrn F. unsanft zur Seite. Jedes Zimmer wird sofort von Ihnen durchsucht, jeder Raum sorgfältig unter die Lupe genommen. Die Nacht ist ihr Revier, da ist es leichter das Licht zu sehen. “Ich hab sie!” ruft schließlich einer aus der Speiskammer. Das wird hart für den Rentner und Hartz 4 Empfänger denn seit es das Glühlampen verbotsgesetzt gibt, trifft es immer mehr Bürger wie ihn, die entweder noch alte Bestände aufbrauchen oder sich einfach nicht den neuen Zeiten anpassen können. “Gar nix hend Sie!” raunt er aufmüpfig die Eindringlinge an, während einer schon eifrig den Bußgeldbescheid ausstellt und ein anderer noch fünf weitere untersagte Glaskolben aus sämtlichen Lampen herausdreht und beschlagnahmt. “Sie wissen doch, dass die Dinger verboten sind. Warum machen sie es sich so schwer?” fragt der Einsatzleiter den Mann dem er noch im selben Atemzug das Knöllchen überreicht. Fast ein wenig mitleidig schaut er nun drein als der alte Mann erzählt, wie seine Frau die neumodischen Kompaktlampendinger nicht mag. Das aschfahle Licht gefällt ihr nicht. Es macht sie krankt, berichtet er mit verzweifelter Stimme.

Den Männern vom Anti-Glühbirnen Einsatzkommando ist das alles wurscht. Sie machen nur ihren Job und so werden die konfiszierten Stromfresser gleich vor Ort vernichtet. Es knirscht und ploppt durchs Treppenhaus als die Glaskörper in einen Häckslerbehälter gestopft werden. “Und wie soll’n ich un mei Fra’ sich jetzt im Dunkel’n zu Recht finden?” fragt der Mann, denn er bekommt keinen Ersatz für seine alten Leuchtmittel und die Wohnung ist plötzlich sehr düster. Er weiß auch dass sein Frau sich im Finsteren fürchtet. Das macht ihm die größten Sorgen.

1984 heißt es bereits “Die Vergangenheit war tot, die Zukunft unvorstellbar”, aber die EU hat es so beschlossen. Vor über 200 Jahren bereits vertrieb das künstliche Licht uns die Nacht, sowohl die echte als auch die im Geiste. Doch was heute einmal war ist morgen schon nicht mehr. Wir werden uns also nicht dort treffen wo es keine Dunkelheit gibt.

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June 18th, 2009 at 1:29 pm

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Kreationismus vs Darwinismus

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fishpondEvolution ist nach wie vor der Streitpunkt schlechthin, wie es scheint. Die Diskussion ob Gott die Welt in sieben Tagen erschaffen hat, oder der Urknall, den noch keiner so recht nachgewiesen hat bisher, hält seit jeher die Gelehrten und Gläubigen ordentlich auf Trab. All diese geschieht völlig unbeachtet der Tatsachen dass die Erdschichten voller Zeugnisse der Urzeit sind, die stetig von fleißigen Archäologen zu Tage befördert und von wissenskundigen Paläontologen in eine Reihe von Entwicklungsketten der Organismen eingereiht werden, stellt sich die Menschheit immer noch die Frage woher das alles kommt.

Die einfachste Antwort lautete nach wie vor: von Gott. Der hat’s gemacht. Den Urknall, die Dinosaurier und uns, so könnte man denken, aber genau das meinen die Kreationisten damit eben nicht. Mit Adam fing nämlich alles an, dann kam Eva und der Apfel, dann irgendwann die Sintflut sagen jene, die gerne in den Himmel wollen. Kein Universum, kein Erdball, keine Wissenschaft. Die Grundlage für alles ist nur die Bibel. Ein Buch geschrieben von Menschenhand, doch angeblich von göttlichem Atem beseelt und zur einzig gültigen Wahrheit erhoben. Wer das nicht glaubt der fährt schnurstracks zur Hölle.

Darum gab es wahrscheinlich den großen Aufruhr als im Europäischen Kernforschungszentrum CERN bei Genf der Large Hadron Collider (LHC) angeschaltet wurde. Vom Ende der Welt war die Rede wenn Materie aufeinander geschleudert wird. Ein schwarzes Loch würde sich auftun und uns alle verschlingen. Komisch ist nur das seither nicht viel passiert ist. Nicht umsonst hat der europäische Gerichtshof gerade deswegen eine Klage auf Basis der Verletzung der Menschenrechte abgewehrt. Wie gerade die Wissenschaft immer wieder mit mittelalterlich anmutendem Aberglauben als Unsinn abgetan wird, ist genauso ein Rätsel wie der eigentliche Kern der Sache.

Eigentlich schade, dass das sogenannte Higgs-Boson-Teilchen sich bisher noch immer nicht hat blicken lassen. In der Theorie hat dieses liebevoll “God-Particle” genannte Atomchen nämlich nichts mit Gott zu tun, und soll auch nicht den Beweis für seine Existenz liefern, sondern vielmehr die Theorie von Urknall und Expansion des Universums bekräftigen. Für die Wissenschaftler ist das Warten auf selbiges wie das auf den Messias. Der ist ja auch schon seit langem überfällig, wenn man der Offenbarung glauben sollte.

Letztendlich aber stehen die Kreationisten so oder so im Regen. Religion ist und bleibt eine menschgewordenene Erfindung die auf naivste Weise die Wunder der Welt zu erklären versucht. Von den positiven, moralischen Aspekten einmal komplett abgesehen, liest sich die Bibel wie ein drittklassischer und unnütz langer Groschenroman. Eine Geschichte ohne chronologischen Zusammenhang und verwirrender Unlogik. Es sollten wieder handfeste Fakten in Schulen gelehrt werden und kein grober Unfug als Tatsachen verkauft wird. Denn wenn wir unseren logischen Verstand ab- und unseren blinden Glauben anschalten, dann tut sich wahrlich ein schwarzes Loch auf und am Ende hat der Prophet Elias eventuell doch noch recht gehabt.

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June 17th, 2009 at 1:34 pm

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Wir werden uns dort treffen wo es keine Dunkelheit gibt.

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stagelightAus und vorbei. Kein Fingerverbrennen mehr, kein gemütliches Beisammensein. Keine Kellerlampe die mit einem dumpfen “pfopp” erlischt und einen verzweifelt im Dunkeln stehen lässt. Plötzlich Geräusche hören lässt, die zuvor noch nicht da waren. Die Dunkelheit naht und stielt uns das Licht. Wieso will uns die EU wieder ins Mittelalter zurückwerfen, uns vorschreiben, wie wir unser Heim zu beleuchten haben, gar unseren Geist?

Ein neues Kompaktleuchtmittel muss her. Schnell, bevor es wegen dem Verbot noch eine saftige Strafe gibt, oder vielleicht in der Nacht eine Art Osram-Polizei an unsere Türen klopft. Männer in Schwarz, die im Jahr 2012 die Autorität haben, in unsere Privatsphäre einzudringen und alles zu durchleuchten. Dann werden Steh-, Tisch- und Deckenlampe überprüft, gegebenenfalls das verbotene Leuchtmittel vor unseren Augen herausdreht währen man uns maßregelt stattdessen giftige Energiesparlampen zu kaufen.

Aber die wollen wir nicht. Die passen in die Leuchter nicht rein, und das fahle Licht ist hässlich. Vom happigen Anschaffungspreis mal abgesehen. Wer will schon Neonlicht in seine Wohnung einlassen? Das passt nicht zu uns. Wir leben daheim in keinem kalten Raumschiff, wir wollen warmes, behagliches Ambiente. Und was soll das Gefasel vom Stromfresser? Wieso bedenkt niemand, dass die 100Watt Birne mit ihrem etwa 90 prozentigem Wärmeausstoß die Wohnung mitbeheizt? So spart man doch unterm Strich wieder Heizkosten weg.

Das neue EU-Gesetz gleicht einem Sparen am falschen Ende. Der Saft ist doch trotzdem in der Dose, ob den die Birne nun anzapft, oder nicht. Er ist da, wird produziert aber nicht von der Lampe verbraucht, dafür vielleicht vom Sauger, oder der Kaffeemaschine. Irgendwas läuft immer und frisst sich voll. Elektrizität kann man auch nicht für spätere Generationen aufheben. Eine schöne Lampe jedoch schon. Wenn dann aber die neumodischen Glaskolben nicht mehr reinpassen, steht das Ding ungeliebt rum. Da gehen Familienwerte verloren.

Am Ende geht es der Umwelt vielleicht minimal besser (was noch zu beweisen bleibt), den Menschen aber grandios schlechter. Bestimmt bekommen die Psychiater großen Zulauf in der Zukunft, dieser schönen neuen, kalten, drögen Welt. “Erfindet eine Tagnachtlampe, die, sobald sie angedreht, selbst den hellsten Tag in Nacht verwandelt”. schrieb schon der Dichter Morgenstern. Die Glühbirne wie wir sie kennen ist bald Schnee von Gestern, die Finsternis das neue Licht.

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June 17th, 2009 at 1:28 pm

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Geworfen, Geschlungen, Gelaugt: Die Heilige Dreifaltigkeit der Brezel

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Morgens um halb acht ist die Welt noch in Ordnung. Nur wenige Minuten, dann sind wir endgültig bei der Arbeit angekommen. Doch vorher kämpfen wir uns mit Scharen von gleichgesinnten Lemmingen durch die muffigen Unterführungen des Öffentlichen Nahverkehrs ans Tageslicht vor. Es ist nicht mehr weit. Da vorne ist es gleich. Man riecht es schon. Dieser warme, teigige Geruch von frischem Brot und anderen Backwaren. Vergessen die Rempeleien der Bürozombies. Geschafft. Der heilige Gral ist gefunden!

“Was darf’s denn sein?” fragt eine gutgelaunte Stimme während man sich noch den Ipodhörer aus dem Ohr fummelt. In dem Gesicht der jungen Verkäuferin geht die Sonne auf, der ganze Laden erstrahlt in göttliches Licht getaucht. Unwichtig die Auslagen wie Croissant und süße Stückchen, “nur eine Butterbrezel bitte” – mehr bedarf es nicht den Morgen zu starten, um zu retten, was noch zu retten ist.

Schwaben’s meistgekauftes Gebildbrot ist und bleibt die Brezel. Ein Achternknoten, im Schnitt 95 Cent kostend, der in Flüssigkeit getunkt wird wie man sie auch als Seife kennt (Natronlauge). Ihr ist es gelungen die geschwungene Zwirbel in der ganzen Welt berühmt zu machen. Sie verübte im Jahr 2002 als knuspriges Dauergebäck verkleidet sogar eigenmächtig ein Beinahe-Attentat auf den damaligen Präsidenten der USA, George W. Bush. Gleichermaßen wunderlich wie sagenumwoben ist auch der Ursprung dieses Gebäcks. So soll ein italienischer Mönch schon im Jahr 610 A.D. seine frommen “pretiola” erfunden haben, um Kindern etwas beizubringen, da sie der Kreuzung der Arme vor der Brust nachempfunden waren. Das Beten als Leckerbissen sozusagen.

Ganz anders sieht man das in Deutschland, dem nahezu unangefochtenen Heimatland der “Brezn”. Frieder, ein zum Tode verurteilter Hofbäcker aus Bad Urach, hatte angeblich die Chance erhalten sein Leben zu retten, indem er “einen Kuchen” herstellte, “durch den die Sonne dreimal scheint, dann wirst du nicht gehenkt, dein Leben sei dir frei geschenkt” so der Graf Eberhard im Barte. Damals konnte ja niemand ahnen, dass die Hauskatze die rohen Teiglinge in die Putzmitteleimer mit heißem Aufguss schubsen würde. Da sein Überleben von dem knotigen Etwas abhing, backte Frieder sie dennoch und der Rest ist Geschichte.

Wenn man mal davon absieht, dass die verwendete Natronlauge in der Lebensmittelindustrie zum Reinigen, Spülen von Flaschen in Getränke-Abfüllanlagen, Beseitigung fettiger und öliger Verunreinigungen, Reinigen von Edelstahltanks und Entfernung der Schalen von Obst sowie Gemüse verwendet wird, so ist Ihre Anwendung beim Backen einzigartig. Die Brezel wird für wenige Sekunden in Natronlauge (E 524) getaucht. Sie erhält dadurch die typische braune Färbung und den speziellen, “seifigen” Geschmack.

Zurück in der Gegenwart, kurz nach halb acht, ist die rehbraune Schleife immer noch handwarm. Die Butter schmilzt so langsam heraus und durchweicht die Papiertüte stetig. Sie schafft es nicht mehr bis ins Büro. Noch auf den letzten Metern wird sie genüsslich verzehrt. Es knistert ganz leise, wenn die krosse Kruste splittert. Kein Gedanke an Industrielaugen und betende Arme wird verschwendet. Nur das weiche, frische Hefebrot ist in diesem Moment wichtig, wenn die ersten Sonnenstrahlen die graue Stadtkulisse erobern. Und auf dem Boden bildet sich ein Schatten einer vielleicht 2398 Jahre alten Erfindung durch die die Sonne dreimal scheint. Ob göttliche Fügung oder menschliches Versagen ist egal. So oder so, das soll uns erstmal einer nachmachen.

(Nadja Kireta, 8.12.08, 3566Zeichen)

Written by Nadja Kireta

June 17th, 2009 at 1:24 pm

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Schöne Dinge kommen nach Stuttgart

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(Manufactum, 1000 Zeichen, Pressemitteilung)

Schöne Dinge kommen nach Stuttgart

Am 1. März 2009 eröffnet das Manufactum seine Filiale in der Lautenschlagerstr. 16, nur einen Steinwurf von der gut besuchten Königstrasse entfernt. Wem der Sinn nach Ruhe und gehobener Qualität steht, den laden alte Dinge im neuen Kleid zum träumen ein. In diesem Geschäft, das einer Oase in hektischen Zeiten gleicht, kann die Vergangenheit zur individuell gestalteten Zukunft werden.

Die Wohnaccessoires und Gebrauchsgegenstände im altbewährten Design, vorwiegend regional und stets handwerklich gefertigt, teilen sich den Raum auf 300m2 Verkaufsfläche und schaffen so begehbare kleine Welten aus Holz, Porzellan und Metall. Das das Gute seinen Preis hat, wird beim Anblick der vertrauten Formen deutlich, dafür sind Qualität und Service inbegriffen und machen das Shopping zu einem unvergesslichen Erlebnis und Erinnerungen an wundervolle Momente erwachen zu neuem Leben. Das Schöne ist, man kann sie mit nach Hause nehmen und jeden Tag aufs Neue genießen.

Written by Nadja Kireta

June 17th, 2009 at 1:20 pm

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Wir können alles. Außer Hochdeutsch

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Pressemitteilung “Scholzzz & Friendzzz” Stuttgart, 09.02.2009

Bereits vor zehn Jahren setzten Scholz & Friends mit der Kampagne “Wir können alles. Außer Hochdeutsch.” einen neuen Standard in der Kommunikation für Regionen. Die Fachzeitschrift w&v sprach sogar von einem “Marketingwunder”, mit dem es gelang, dass Image des Bundeslandes Baden-Württembergs zu verbessern. Die Fakten zeigten es: Sie ist die bekannteste, beliebteste und wirksamste aller Länderkampagnen in Deutschland.

Anknüpfend an diesen Erfolg und im Hinblick auf die geforderte Qualitätsoffensive Bildung, startet am 13.02.2009 eine erneute Werbeserie unter dem Dach des altbewährten Mottos. Diesmal jedoch nicht des Images wegen, sondern um das Ministerium für Kultus, Jugend und Sport bei seiner Suche nach neuen qualifizierten Lehrkräften und Bewerbern für neue Lehrstellen tatkräftig zu unterstützen.

Mit Plakaten, Zeitungsannoncen, und einer extra gestalteten Homepages (www.lehrer-fuer-baden-wuerttemberg.de) wird auf die Ausschreibungen des Landes -welche in drei Phasen erfolgt – aufmerksam gemacht sowie die Details der Initiative erläutert. Gezielte Positionierung der Außenwerbung in der Region aber auch in den angrenzenden Bundesländern sollen die weitgefächerten Zielgruppen erreichen und die schwäbische Verlockung schmackhaft machen.

Vollstes Vertrauen in diese Werbepartnerschaft äußerte Kultusminister Helmut Rau. “Ich bin überzeugt, dass wir mit unseren Aktionen diejenigen Lehrkräfte gewinnen können, die in unserem Bundesland einen modernen und innovativen Bildungsstandort […] zu schätzen wissen”.

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(Dies ist eine ERFUNDENE Pressemitteilung und NICHT von Scholz & Friends in Auftrag gegeben)

Nadja Kireta

Written by Nadja Kireta

June 17th, 2009 at 1:09 pm

Bunte Herzchen, die wie Kreide schmecken

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(Giftige Glosse, 2000 Zeichen, Anti-Valentinstag)

Kaum ist Weihnachten vorbei und schon geht der nächste Stress los. Nein, die Rede ist nicht von Ostern, auch nicht Fasching -da kommen noch böse Tage auf uns zu- sondern vom Valentinstag. Dieser rosafarbene, herzchenverzierte, zuckersüße 14. Februar lauert bereits in den Startlöchern und ist bereit zum Angriff.

Gefeiert wird an diesem Tag die Liebe – aber Moment mal! War Weihnachten nicht das Fest der Liebe? Kaum hat sich der arme, kleine Geldbeutel von den Strapazen des Vorjahres erholt, da kommt schon der nächste Wahnsinn auf ihn zu. Es werden romantische Wochenenden zu zweit geplant und das Restaurant ist schon 3 Monate vorher für diesen einen Abend ausgebucht. Wehe dem der also nicht alles schon ein halbes Jahr früher plante. Wer diesen Tag der entzückten Verrückten nun aber ursprünglich verbrochen hat, darüber scheiden sich selbst die gescheitesten Geister. Es gab da wohl mal einen St. Valentin, der von den Römern geköpft wurde, weil er Liebespaare einfach so vermählte, ohne Zustimmung der Eltern. Die Römer waren halt echte Spaßbremsen damals. Erst Jesus und dann so was. Aber nun gut.

Dass der Valentinstag der Moderne nur eine Marketingidee ist, um mehr überteuerten Schrott aus China (das schließt besonders die unlustigen Grußkarten mit ein) zu verkaufen, meinen die einen. Die anderen sagen in der Regel nicht viel, sie lassen einfach schenken. Das es meist Frauen sind, die auf diesen Tag in so förmlicher Form bestehen, ist irgendwie nicht weiter verwunderlich. Schade eigentlich nur, dass es stets eines Vorwandes bedarf, vom anderen Geschlecht angemessen verwöhnt zu werden. Doch was wird eigentlich aus denjenigen, die sich diesem Massenphänomen nicht beugen wollen oder können? Lieben sie deshalb ihren jeweiligen Partner oder Freund weniger? Sind sie alle grundlose Valentinsschmäher, spassbefreite Römer gar?

Sicherlich ist so ein schnulziger Anlass schön fürs Ego, aber gerade bei Singles ist an diesem Tag der Frust schon vorprogrammiert. Und außerdem, was ist bitte so schön an dem 130. Teddybär der betreten dreinschaut während er ein rotes Herz vor seinen knubbeligen Bauch hält? Und hat jemand eigentlich schon tatsächlich mal die kleinen brauseartigen Herzchen (Love Hearts) auf denen Worte wie “Liebe”, “Sei Mein” und “Willst du” eingestanzt sind, probiert? Denn, die schmecken wie Kreide und “Nein Danke”, Frau will nicht. Jedenfalls nicht so.

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Nadja Kireta, Frau und Single (ca. 2400 Zeichen)

Written by Nadja Kireta

June 17th, 2009 at 12:51 pm